Hamburger
Ehepaar und seine Gäste sind sich der besonderen Lage der Herberge bewusst

Ortkrug.
Für stressgeplagte Großstädter kann schon der Weg zum Kiwi-Hotel eine
Erholung sein: Weitläufige Wälder des Naturparks Nossentiner/ Schwinzer Heide
säumen den Weg, eine Rehfamilie fühlt sich offenbar so sicher, dass sie sich
auch durch ein näherkommendes Auto kaum stören lässt. "Ja, es ist ein
kleines Paradies", meint auch Thomas Ziebuhr, der als Inhaber das
Kiwi-Hotel vor genau fünf Jahren
eröffnet hat.
Doch
bevor die Herberge selbst zu einem Paradies für Ruhesuchende wurde, mussten
Herr Ziebuhr und seine Frau einen langen, und im wahrsten Sinn des Wortes
steinigen Weg beschreiten. Schon gleich nach der Wende hatten der Diplom-
Musikpädagoge und seine Frau, die als Realschullehrerin arbeitete, den Drang,
sich beruflich zu verändern "So haben wir uns auf die Suche gemacht",
erinnert sich Ziebuhr an jene Zeit. Und zwar ganz systematisch: In Hamburg
besorgten sie sich Karten aus alten NVA-Beständen, auf denen wirklich alles
eingezeichnet war, und kamen schnell auf die Seenplatte. Die hat das Ehepaar
durchstreift, immer auf der Suche nach einem geeigneten Objekt für ein
Ferienhotel.
Strenge
Regeln
Rund
20 Briefe hatte Thomas Ziebuhr an verschiedene Bürgermeister der Region
geschrieben, mit der Bitte um Hinweise für investitionswürdige Objekte. Es
kamen Antworten, unter anderem vom Linstower Bürgermeister. "Geholfen hat
uns letztendlich aber der Zufall", so Thomas Ziebuhr. Denn als sich das
Paar an einem schönen Sommertag in der Gemeinde umsah, begegnete es
Spaziergängern, mit denen die Ziebuhrs schnell ins Gespräch kamen und
wertvolle Tipps erhielten. Die Eheleute aus der Nähe von Hamburg hatten den
damaligen Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Müritz, Gundolf Otto,
getroffen. Und dem fiel schnell das ehemalige Ferienobjekt der Post in Ortkrug
bei Alt Schwerin ein.
"Und
in dieses Objekt haben wir uns dann Hals über Kopf verliebt", weiß Thomas
Ziebuhr noch heute. Trotzdem sollte es noch rund zwei Jahre dauern, bis endlich
mit dem Umbau des Gebäudes begonnen werden konnte. Denn die Verwaltung des
Naturparks wollte aus verständlichen Gründen, dass das Objekt am Drewitzer See
gar nicht belebt werden sollte. Und auch heute noch gelten für die Besucher des
nun gerade mal fünf Jahre alten Kiwi-Hotels strenge Regeln: Baden ist nur an
einer einzigen kleinen Stelle erlaubt, Paddel- oder Ruderboote sind verboten,
und selbst
Doch
gerade in jüngster Zeit hat sich die Herberge als Ausflugsadresse für
Einheimische einen Namen gemacht: Denn zum einen ist es die idyllisch gelegene
Seeterrasse, auf der anderen Seite hat in der Küche ein junger Koch mit
internationaler Erfahrung das Sagen. "Es hat sich mittlerweile
herumgesprochen, dass man bei uns gut essen kann", ist Ziebuhr auf seinen
Koch ebenso stolz wie auf die anderen Mitarbeiter. Schließlich seien er und
seine Frau Seiteneinsteiger und hätten gerade anfangs viel von ihren Kollegen
gelernt. "Es ist wirklich ein tolles Team", meint er.
Nordkurier/
Müritz-Zeitung vom 15. Mai 03
Petra Konermann